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Schlosshof der Porzellanmanufaktur Fürstenberg

„Gleichsam aus dem Boden wachsend“
Das neue Leitsystem für den Schlosshof der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG

 

Einzigartige Handwerkstechnik und exklusives Manufakturporzellan – dafür steht FÜRSTENBERG seit 1747. Heute setzt das Traditionsunternehmen aus Niedersachsen mit Premium-Kollektionen neue Maßstäbe in der Porzellanherstellung. Mit dem Anspruch an Leidenschaft, Kreativität, Präzision und Empathie basiert der größte Teil der Porzellanherstellung noch heute auf Handarbeit. Diesem Anspruch sollte auch das neue Leitsystem im modernisierten und barrierefreien Schlosshof gerecht werden. Als Fenster zur Vergangenheit spiegeln die Infostelen mit ihren Inhalten die Schloss- und Manufakturgeschichte wider.

 

Anforderungen

In der Planung und Gestaltung des Berliner Büros Iglhaut + von Grote waren tageslicht-leuchtende Monoglasstelen ebenso vorgesehen, wie nacht-leuchtende Glasstelen mit geringstmöglicher Bautiefe. Gerade im historischen Ambiente des mittelalterlichen Schlosshofes war zudem Sensibilität zwischen Historie und Moderne erforderlich. Die Stelen sollten sich mit ihrer Transparenz so weit zurücknehmen, dass sie nicht störend wirken. Eine besondere Aufgabe bestand zudem darin, die Darstellungen trotz Erhaltung der Transparenz so wiederzugeben, dass kleine filigrane Zeichen und Texte mit hoher Auflösung gestochen scharf dargestellt und mühelos zu lesen sind.

Die größte Herausforderung an den Leitsystem-Spezialisten meng aus Birkenfeld war jedoch der Anspruch  –  bei einem Teil der Stelen  –  eine homogene Ausleuchtung der Infoflächen zu erreichen, ohne die definierte Transparenz zu verlieren. Dabei durfte die Optik dieser Elemente nicht durch auffällige Rahmen oder zu viel Bautiefe gestört sein. Die Glaspaneele sollten „gleichsam aus dem Boden wachsen“ ohne sichtbare Schrauben oder Befestigungen.

Umsetzung

Als Hersteller konnte meng mit lediglich 38 mm Bautiefe und einem minimalen Rand von 13,5 mm punkten. Gleichwohl mussten hochintensive LEDs so in das schmale Kantenprofil integriert werden, dass die punktuelle Lichteinspeisung nicht störend wirkte oder gar blendete.

Aber: Wie bringt man Transparenz zum Leuchten?

Gehärtetes Glas, auch Optiwhite-Glas, ist zwar sehr kratzfest, bietet jedoch eine deutlich geringere Lichtleitfähigkeit als klares Acrylglas. Acryl wiederum hat empfindliche Oberflächen. In dem Maße, wie weiße Texte und satinierte Flächen hervorleuchten,  leuchten leider auch Fingerabdrücke, Scheuerwolken und Kratzer. Ohne Schutzhandschuhe bei der Verarbeitung oder spätestens nach der Montage im öffentlichen Bereich wären irreparable Schäden vorprogrammiert. Die Herausforderung und Lösung war eine Kombination von drei Glasschichten und zwei gestalteten Ebenen. Diese wurden zusammen mit dem flächigen Licht so eingebracht, dass kleinste Texte noch zu lesen sind.

Letztendlich wurde die Transparenz so austariert, dass eine Leseebene definiert ist, und dennoch die dahinterliegenden Gebäudestrukturen erkennbar bleiben.

Die Leichtigkeit, mit der die Glasstelen nun gleichsam aus dem Boden wachsen, wird viele Besucher des modernisierten historischen Schlosshofes erfreuen.


Name
Glasstele

Standort
Porzellanmanufaktur Fürstenberg

Schildersystem
transparenz

Beschreibung

Energielos leuchtende Monoglas-Stele im Sonnenlicht



Fotograf
Werner Huthmacher